Als Mitarbeiter bei der Jugendseite FREItag in der Neckarquelle habe ich mal wieder keine Mühen gescheut. So kann ich euch heute ein Interview mit dem Schwenninger Sänger “Strify” präsentieren._X2H1884

FREItag: Hallo Strify ich freue mich, dass du die Zeit für ein Interview mit FREItag gefunden hast. Im Jahr 2005 betrat die Band namens Cinema Bizarre die deutsche Musikszene. Wie habt ihr euch zusammengefunden und woher kam der Name Cinema Bizarre?

Strify: Ich war früher oft in einer Szene unterwegs, die sich mit viel mit dem japanischen Lifestyle beschäftigt und in einer Jugendkultur namens Visual Kei und Manga. Ich besuchte viele Conventions – großen Treffen bei denen ich auch die anderen Jungs von CB  kennen gelernt habe. Von Anfang hat gab es einen Vibe zwischen uns und uns war klar das die Harmonie zwischen uns stimmt.

FREItag: Vor Gründung der Band hast du noch das G.a.D. in Schwenningen besucht, wie waren die Reaktionen deiner Mitschüler und Lehrer als sie von deinem Entschluss erfuhren, die Schule für eine Musikkarriere hinzuschmeißen?

Strify: Ich hatte eigentlich nie jemandem erzählt, dass ich in einer Band war. Ich hatte immer schon genug Aufmerksamkeit in meiner Schulzeit, weil ich ziemlich aus der Masse gestochen bin. Als mir klar wurde, dass ich wohl bald umziehen würde und auch immer häufiger gefehlt habe, hab ich nach und nach ein paar Leute eingeweiht. Ich hatte keine Lust auf großes Gerede und war dann plötzlich weg. Alle waren natürlich überrascht und haben mich dann erst wieder digital zu Gesicht bekommen.

FREItag: Wenn du noch mal von vorne anfangen könntest, würdest du es wieder so machen?

Strify: Ja. Die Schule habe ich unter- und nicht abgebrochen. Vielleicht hole ich den Abschluss nach, aber im Moment hab ich andere Ziele die ich verfolge. Im Mai kommt unser zweites Album „TOYZ“ raus und auch sonst wird unser Termin sehr voll sein.

FREItag: Was hat sich für dich persönlich geändert bzw. wie ist das Gefühl jetzt plötzlich ein „Star“ zu sein?

Strify: Ich reise unglaublich viel, lerne viele interessante Menschen kennen und arbeite mit vielen talentierten Leuten zusammen. Es haben sich einige Türen geöffnet und ich habe noch mehr Ehrgeiz entwickelt. Ich liebe was ich tue und ich will einfach ein Gesamtbild erschaffen, was sich in die Köpfe der Menschen brennt.

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FREItag: Einer eurer Slogans ist „Style is war“ was dürfen wir uns darunter vorstellen?

Strify: Ganz einfach, jeder kennt das Gerede über das Outfit und Erscheinungsbild des anderen. Mode ist sehen uns gesehen werden. Wenn man jetzt noch einen anderen Style hat als die Allgemeinheit und sich etwas traut, geht es erst richtig los und man eckt schnell an. Mode ist ein wichtiger Bestandteil unserer Band und wir haben einen außergewöhnlichen, sehr androgynen Stil. Da erklärt sich der Slogan von selbst denke ich.

FREItag: Schreibt ihr all eure Songs selbst?

Strify: Wir arbeiten gemeinsam mit Teams von internationalen Songwritern zusammen und ich schreibe sehr viele Texte. Man kann sich das wie eine kreative Kollaboration vorstellen.

FREItag: Ihr wolltet beim Eurovision Songcontest für Deutschland antreten, am Ende hat es nicht ganz gereicht, war die Enttäuschung groß oder gab es eher eine „jetzt erst recht“-Reaktion?

Strify: Wir hatten das Angebot und sind immer für eine Überraschung gut, ich hatte aber nie große Erwartungen am diesen Contest. Ich glaube einige Leute waren sehr überrascht uns zu sehen. Es hat Spaß gemacht aber ich würde es nicht wieder tun. Wir sind wohl doch zu ungewöhnlich für viele…;-)

FREItag: Eure Fan-Gemeinde erstreckt sich sicher nicht nur über Deutschland, ich wurde selbst, als ich im August in Kanada war und mich als Deutscher outete auf eure Band angesprochen. In wie vielen bzw. in welchen Ländern waren oder sind eure Songs in den Charts?

Strify: Wir waren sehr viel in Frankreich, Italien und Russland unterwegs und haben in ganz Europa Konzerte gespielt, ca. 50 Shows in 2008. Im März wird eine erste EP in den USA veröffentlicht und im April spielen wir in Los Angeles und New York Konzerte. Dieses Jahr werden wir auch das erste Mal Länder besuchen, die ich davor nie gesehen habe.

FREItag: Bekommt ihr auch Fanpost aus diesen Ländern?

Strify: Aber hallo!

FREItag: Wenn man von Cinema Bizarre spricht, hört man oft den Vergleich mit Tokio Hotel, hört ihr das gerne oder seht ihr euch doch eher in einer ganz anderen Musikrichtung?

Strify: Es gibt immer Leute die einen mögen und nicht mögen. Das schlimmste, was einem passieren kann, ist dass man als „okay“ befunden wird. Also gibt es auch Leute die uns vergleichen. Unberechtigt – außer dass wir gleich alt sind und wir uns schminken. Ich liebe Grace Jones, Adam Ant und David Bowie, die Wurzeln unseres Looks liegen in Japan. Und wenn man sich einmal unsere Musik anhört, wird man sofort die sehr deutlichen Unterschiede zwischen beiden Bans hören.

FREItag: Welchem Musikstil würdest du persönlich eure Songs zuordnen?

Strify: Snythpop mit 80er Jahre New Wave Einfluss und einiger gehörigen Portion Rock trifft es ganz gut. Beim zweiten Album haben wir uns im Studio bei einigen Stücken von Kim Wilde oder auch Erasure inspirieren lassen. Aber auch 90er Jahre Bands wie Army of Lovers haben als Ansporn gedient. „Very glamorous pop“ eben.

FREItag: Du wohnst inzwischen mit deinen Band-Kameraden in einer WG in Berlin, beschreibe für unsere Leser mal den Tagesablauf von Cinema Bizarre.

Strify: Es gibt keinen wirklichen Tagesablauf. Die letzten Wochen waren wir viel im Studio. Jetzt viel im Proberaum um die kommende „WE’RE ALL TOYZ TOUR“ vorzubereiten. Und sonst sind wir viel unterwegs. Wir werden in 2009 ungefähr 80 – 100 konzerte weltweit spielen.

FREItag: Ihr nennt euch Strify, Yu, Kiro und Shin, wie kam es zu diesen Namen?

Strify: Yu hat mir meinen gegeben, als wir uns kennen gelernt haben und der ist eben hängen geblieben. Ein wenig bizarre. Passt ganz gut zu uns.

FREItag: An was arbeitet ihr momentan und was sind eure Ziele für die nächsten Monate?

Strify: Unser zweites Album „TOYZ“ ist gerade fertig geworden und am 1. Mai erscheint daraus die Single „Erase and Replace“. Wir werden  die nächsten Monate auf Tour sein, Konzerte spielen und der Welt unsere Musik vorstellen.

FREItag: Zum Abschluss noch, wird es demnächst auch ein Konzert in deiner Heimat Schwenningen geben?

Strify: Schwenningen ist bis jetzt nicht in Planung, aber wir werden bald in Freiburg und in Stuttgart spielen. Infos gibt’s dazu auf unserer offiziellen Homepage.

Danke für das Interview

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